Unternehmertum

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Warum dein Kopf entscheidet, bevor du die Aufgabe anfasst.

Zwei Menschen, gleiches Talent, gleiche Aufgabe. Der eine gibt nach dem dritten Nein auf, der andere wird Bester im Team. Den Unterschied kannst du messen.

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Montagmorgen, neuntes Telefonat. Acht Mal hast du schon ein Nein kassiert. Der Kollege neben dir hat exakt dasselbe Produkt, dasselbe Skript, dieselben Stunden Schlaf. Trotzdem passiert jetzt etwas Seltsames. Du denkst: Vielleicht bin ich einfach nicht der Typ dafuer. Er denkt: Acht Neins sind normal, das naechste Ja kommt naeher. Beide habt ihr objektiv das gleiche Koennen. Was euch trennt, ist ein einziger Satz im Kopf. Ich schaffe das. Oder eben nicht.

Dieser Satz hat einen Namen. Der Psychologe Albert Bandura nannte ihn Selbstwirksamkeit, also den Glauben, eine bestimmte Aufgabe durch eigenes Handeln tatsaechlich packen zu koennen. Achtung, das ist nicht das gleiche wie blinder Optimismus nach dem Motto wird schon irgendwie. Und es ist auch nicht dasselbe wie Selbstbewusstsein im Allgemeinen. Es ist die ganz konkrete Einschaetzung zu einer einzelnen Sache: Diese Kaltakquise hier, dieses Gespraech jetzt, das kriege ich hin. Genau diese Einschaetzung steuert, wie hoch du dir Ziele steckst, wie viel du reinhaust und vor allem, wie lange du dranbleibst, wenn es weh tut.

Klingt nach Küchenpsychologie? Ist es nicht. Es ist eine der am besten belegten Erkenntnisse der Arbeitspsychologie. Alexander Stajkovic und Fred Luthans haben 1998 im Fachjournal Psychological Bulletin 114 Einzelstudien mit zusammen über 21.000 Menschen ausgewertet. Das Ergebnis ist hart in Zahlen gegossen: Selbstwirksamkeit und Arbeitsleistung haengen mit einer Korrelation von 0,38 zusammen. Für ein einzelnes Persoenlichkeitsmerkmal ist das ein riesiger Wert. Übersetzt heisst das grob, dass Menschen mit hoher Selbstwirksamkeit rund 28 Prozent staerker abliefern als Menschen mit niedriger. Bei gleicher Faehigkeit, wohlgemerkt.

Jetzt kommt der Teil, der dich direkt betrifft. Die Forscher fanden heraus, dass dieser Effekt nicht überall gleich gross ist. Bei einfachen Aufgaben, die ohnehin jeder hinbekommt, macht der Glaube an dich kaum einen Unterschied. Aber je schwerer, unsicherer und nervenaufreibender eine Aufgabe wird, desto staerker schlaegt die innere Haltung durch. Und Vertrieb am Anfang der Karriere ist genau das: hart, voller Rueckschlaege, jeden Tag aufs Neue Unsicherheit. Also exakt das Terrain, auf dem dein Kopf den groessten Hebel hat.

Kurze Challenge

Bei welcher Art von Aufgabe macht der Glaube an die eigene Faehigkeit laut der Stajkovic-Luthans-Studie den groessten Unterschied?

r = 0,38Zusammenhang Selbstwirksamkeit und Arbeitsleistung

Eine Meta-Analyse von 114 Studien mit über 21.000 Personen fand eine Korrelation von 0,38 zwischen Selbstwirksamkeit und Arbeitsleistung, das entspricht etwa einem Leistungsplus von 28 Prozent bei gleicher Faehigkeit und faellt bei schwierigen Aufgaben noch staerker aus.

Quelle: Stajkovic, A. D. & Luthans, F. (1998). Self-efficacy and work-related performance: A meta-analysis. Psychological Bulletin, 124(2), 240-261

Die beste Nachricht: Selbstwirksamkeit ist kein Geschenk, mit dem manche geboren werden und andere nicht. Sie ist trainierbar, und Bandura hat sogar beschrieben, woraus sie waechst. Die mit Abstand staerkste Quelle sind eigene Erfolgserlebnisse. Wer sich kleine, machbare Etappen setzt und sie wirklich abhakt, baut echtes Zutrauen auf, Schritt für Schritt. Dazu kommen Vorbilder, die dir aehnlich sind (der Kollege, der vor einem Jahr selbst noch gezittert hat), ehrliche Ermutigung von aussen und der Umgang mit deiner eigenen Anspannung. Das Kribbeln vor dem Anruf ist naemlich kein Beweis, dass du versagst. Es ist nur ein Signal, dass dir die Sache wichtig ist.

Ganz praktisch heisst das: Hoer auf, dich am Ende des Tages nur an der grossen Abschlusszahl zu messen. Die haengt von tausend Dingen ab, die du nicht kontrollierst. Mess dich stattdessen an dem, was du steuern kannst. Wie viele Gespraeche habe ich geführt. Welchen Einwand habe ich heute zum ersten Mal sauber gekontert. Was lief im zehnten Telefonat besser als im ersten. Schreib es auf, mach deine Fortschritte sichtbar. Genau damit fuetterst du die Quelle, die laut Forschung am wirksamsten ist. Aus einem vagen Hoffentlich wird so eine belastbare Ueberzeugung.

Verstaeh das nicht falsch. Glaube ersetzt kein Koennen, und niemand verkauft allein durch positives Denken. Aber die Datenlage ist eindeutig: Bei gleicher Faehigkeit liefern Menschen mit hoher Selbstwirksamkeit mehr und halten laenger durch. Wenn du gerade am Anfang stehst und dein Koennen noch waechst, ist diese Haltung kein netter Bonus. Sie ist einer der wenigen echten Hebel, die du von Tag eins an selbst in der Hand hast. Du musst nur anfangen, ihn zu benutzen.

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