Persönlichkeit

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Fit im Kopf: Wie Bewegung deine Konzentration und Leistung steigert.

Es ist kurz vor dem Telefonblock. Der eine sitzt schon seit zwei Stunden am Schreibtisch und kämpft gegen den Nebel im Kopf. Der andere kommt vom Spaziergang rein und denkt klarer als den ganzen Vormittag. Der Unterschied ist kein Zufall.

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Stell dir zwei Berufseinsteiger vor, gleiche Liste, gleicher Vormittag. Der eine rollt aus dem Bett direkt an den Schreibtisch, Kaffee in der Hand, und wundert sich, warum sein Kopf um zehn schon zäh wird. Der andere war vorher zwanzig Minuten zügig draußen, hat sich bewegt, und setzt sich danach mit einem klaren Kopf an dieselbe Aufgabe. Beide sind gleich motiviert. Trotzdem läuft der zweite die ersten Gespräche wacher, fokussierter und gelassener. Das ist kein Esoterik-Spruch über gesunde Lebensführung. Es ist einer der am besten belegten Effekte zwischen Körper und Gehirn.

Lange galt Sport als reine Sache für den Körper. Herz, Muskeln, Gewicht. Dass Bewegung auch direkt deine Denkleistung verändert, klang lange nach Wellness-Werbung. Dann schauten Forscher genauer hin. Stanley Colcombe und Arthur Kramer trugen achtzehn kontrollierte Interventionsstudien zusammen, in denen vorher eher inaktive Erwachsene über Wochen ein Ausdauertraining begannen. Sie wollten eine simple Frage beantworten: Wird der Kopf messbar besser, wenn der Körper in Bewegung kommt? Die Antwort war ein klares Ja, und sie war präziser, als die meisten erwartet hatten.

Das Ergebnis hat einen besonderen Dreh. Bewegung machte nicht alles gleichmäßig ein bisschen besser. Der stärkste Schub zeigte sich ausgerechnet bei den sogenannten exekutiven Funktionen. Das ist genau der Teil deines Gehirns, der plant, Wichtiges von Unwichtigem trennt, Ablenkung wegfiltert und dich bei der Sache hält. Also exakt die Fähigkeiten, die du brauchst, wenn du dich durch einen langen Block aus Anrufen oder Türen konzentrieren musst. Ausdauertraining traf nicht irgendeinen Nebenschauplatz im Kopf, sondern die Steuerzentrale deiner Konzentration.

Warum ist das so? Wenn du dich aerob bewegst, also so, dass dein Puls hochgeht und du leicht außer Atem kommst, pumpt dein Herz mehr Blut und damit mehr Sauerstoff ins Gehirn. Über die Wochen reagiert das Gehirn darauf und schafft sich bessere Voraussetzungen, vor allem in den Regionen hinter der Stirn, die für Fokus und Selbststeuerung zuständig sind. Du musst dafür kein Leistungssportler werden. Es geht nicht um Bestzeiten oder Muskelberge. Es geht darum, deinen Kreislauf regelmäßig in Schwung zu bringen, damit dein Kopf den Treibstoff bekommt, den er für klare Arbeit braucht.

Kurze Challenge

Welcher Bereich des Denkens profitierte laut Colcombe und Kramer am stärksten von aerobem Ausdauertraining?

18 Studienzeigen: Ausdauertraining steigert vor allem Konzentration und Fokus

In einer Meta-Analyse von 18 kontrollierten Interventionsstudien mit zuvor inaktiven Erwachsenen verbesserte aerobes Ausdauertraining die kognitive Leistung deutlich. Der stärkste Effekt zeigte sich bei den exekutiven Funktionen, also Planung, Aufmerksamkeitssteuerung und dem Ausblenden von Ablenkung.

Quelle: Colcombe, S., & Kramer, A. F. (2003), Psychological Science 14(2), 125-130

Jetzt der häufigste Denkfehler. Viele glauben, Bewegung koste Zeit, die ihnen für die eigentliche Arbeit fehlt. Genau umgekehrt wird ein Schuh daraus. Die zwanzig Minuten, die du vorher investierst, holst du über schärfere Konzentration und weniger Leerlauf locker wieder rein. Ein müder, vernebelter Kopf braucht für jede Aufgabe länger und macht mehr Fehler, während ein wacher Kopf denselben Telefonblock in der halben Zeit durchzieht. Bewegung ist kein Zeitfresser, sondern eine der billigsten Leistungssteigerungen, die du dir besorgen kannst.

Übersetzt auf deinen Einstieg im Vertrieb heißt das etwas sehr Praktisches. Bau dir vor den anstrengenden Phasen einen kurzen Bewegungsblock ein. Ein zügiger Spaziergang vor dem Telefonieren, eine Runde um den Block vor der ersten Tür, Treppe statt Aufzug, in der Mittagspause raus statt am Schreibtisch sitzen bleiben. Such dir eine Form, die dir leichtfällt und die du wirklich durchhältst, denn Regelmäßigkeit schlägt jede einzelne Heldentat im Fitnessstudio. Es muss nicht hart sein, es muss nur stattfinden.

Das Beste daran ist, dass dieser Hebel jedem offensteht. Er kostet kein Talent, kein Geld und kein Charisma. Während andere noch auf den perfekten Motivationsschub warten, verschaffst du dir mit einem simplen Spaziergang einen klareren Kopf für den Moment, in dem es zählt. Wenn du also das nächste Mal vor einem zähen Block sitzt und dein Denken sich anfühlt wie durch Watte, dann schieb nicht noch einen Kaffee nach. Steh auf und bring deinen Kreislauf in Gang. Dein Kopf dankt es dir mit genau der Konzentration, die über deinen nächsten guten Kontakt entscheidet.

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